Kurzinformationen Ämterbegleitung/ "Begleitschutz"

 

  1. Gelebte Solidarität
    Hier sollen sich Einzelpersonen eintragen, die SozialleistungsbezieherInnen beim Gang zum Amt unterstützen wollen. Es geht darum, gegenseitige solidarische Unterstützung zu verbreiten und Erfolgserlebnisse auf dem Amt zu ermöglichen: Wenn man nicht alleine auftritt, ist man stärker und sicherer, hat Zeugen auf seiner Seite und die Behördenmitarbeiter werden höflicher.

  2. Kostenfreiheit
    Ämterbegleitung/ Begleitschutz muss grundsätzlich kostenlos sein. Zulässig ist allenfalls Fahrtkostenersatz. Ein Verstoß gegen die Kostenfreiheit führt zum sofortigen Ausschluss aus dem Adressverzeichnis.

  3. Respektvoller Umgang
    Allen ÄmterbegleiterInnen muss klar sein, dass es nicht um das Ausleben des persönlichen Frusts über erlebtes Behördenunrecht gehen darf, sondern um die Unterstützung einer anderen Person gehen muss. Unterstützung einer anderen Person kann nur heißen, eigene Vorstellungen zurückzustellen, die Grenzen und Ängste des anderen zu respektieren und zur Grundlage für das eigene Handeln zu nehmen.

  4. Nachweis von Eignung, Zuverlässigkeit und Kompetenz
    Um in gewissem Rahmen Eignung, Zuverlässigkeit und Kompetenz sicherzustellen, ist Voraussetzung für die Veröffentlichung als BehördenbegleiterIn im Tacheles-Adressverzeichnis  eine Kooperations- und Kompetenzbestätigungserklärung einer im Tacheles-Adressverzeichnis geführten Organisation. Damit sollen die persönliche Anbindung von Einzelpersonen an bestehende Organisationen sichergestellt sowie Informationsaustausch und Reflektionsmöglichkeiten gewährleistet werden. Wer seinen Job ernst- und gewissenhaft durchführt, wird diesen Austausch benötigen.

  5. Kein Verstoß gegen Rechtsberatungsverbot
    BehördenbegleiterInnen sind über die Kooperations- und Kompetenzbestätigungserklärung an eine im Tacheles-Adressverzeichnis eingetragene Beratungsstelle angegliedert. Diese dürften im Regelfall über §§ 6, 7 oder 8 RDG nicht gegen das Rechtsberatungsverbot verstoßen (siehe § 3 Abs. 2 a. Behördenbegleiter Nutzungsvertrag).

    BehördenbegleiterInnen, die anderen Personen Hilfe und Unterstützung anbieten, ohne dass sie eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls vornehmen, können überhaupt nicht gegen das Rechtsberatungsverbot verstoßen (siehe § 3 Abs. 2 b. Behördenbegleiter AGB).

    BehördenbegleiterInnen sind als Beistand im Sinne von § 13 Abs. 4 SGB X tätig. Sie dürfen unter den genannten Voraussetzungen nicht nach § 13 Abs. 5 S. 1 SGB X zurückgewiesen werden.

  6. Anonymität
    BehördenbegleiterInnen, die selbst im Leistungsbezug stehen, wollen nicht unbedingt, dass ihre Tätigkeit bei der Behörde bekannt wird. Um dies unsererseits zu gewährleisten, sind deren Einträge anonymisiert. Es gibt keine Telefonnummern, keine öffentliche Kontaktmail, sondern nur ein Kontaktformular, welches von Tacheles an die dafür hinterlegte E-Mail-Adresse weitergeleitet wird.

  7. Zuverlässigkeit erforderlich
    Behördenbegleitung kann keine spontane Laune sein. Ihr werdet verdammt viel Elend und Unrecht mitbekommen. Die Leute, die BehördenbegleiterInnen kontaktieren, benötigen im Regelfall ganz dringend Hilfe. BehördenbegleiterInnen müssen daher freundlich, zuverlässig und geduldig sein. Wer mit dem Rücken an der Wand steht, wird häufig nicht so besonnen und wohlsortiert sein.  Sie/ er braucht vielmehr Verständnis, Freundlichkeit, Achtung und Zuverlässigkeit. An BehördenbegleiterInnen werden daher hohe Anforderungen gestellt.

    In diesem Sinne, auf ein Stück gelebte Solidarität und Gegenseitigkeit!
Artikelaktionen
Adresse eintragen

Hier können Sie Ihre Kanzlei, Beratungsstelle, Initiative oder Ämterbegleitung eintragen.

Adresse eintragen